Nach hunderten Reisen kehrte ich heim. Müde von der Wanderschaft, war es ein Segen der Götter, am eigenen Herd zu ruhen. Die Glieder waren schwer, die Augen brannten. Doch es war es wert. Ich habe andere Welten gesehen, war in den tiefsten Höhlen und auf den höchsten Gipfeln. Ich habe Drachen erschlagen und gegen Orks gekämpft. Doch bevor ich mich zu Bett begebe, setzt euch und hört ein bisschen zu. Ich habe dutzende Welten gesehen, die jede für sich eine eigene Saga der Skalden verdient hätte.
Die Reisen durch Mittelerde, das Fjördland und Westeros hatten einige Dinge gemeinsam. Anders als in unserer Welt herrschten dort raue Sitten. Vor allem in Westeros drehten sich die Räder ein bisschen anders. Dort sind die Geschlechter in klassische Rollen gezwungen. Die Mächtigen und Reichen haben viel, die Machtlosen nur ihr Leben und das, was sie am Körper tragen. Die Gesellschaft unterliegt strengen Regeln und was man will, kann man sich nehmen. Die Rechtfertigung ist man einem Mächtigen schuldig und nur die Gewissheit, dass es immer einen noch Mächtigeren gibt, ist das Einzige, das der Gewalt Grenzen setzt.
Im Fjördland erlebte ich die schlimmsten Glaubenskriege. Die Fjördländer, die ihren Glauben aus dem Land zogen, waren Jünger des Schicksalsgottes Lut und fürchteten trotzdem die anderen Götter der Menschen. Doch in den Ländern der Menschen breitete sich die Kirche des Gottes Tjured aus, der ein Gott der riesigen Menschenmassen hinter sich vereinigte. Stück für Stück fielen die Reiche der Menschen unter das Banner des Devanthars. Doch aus ihrem Glauben zogen die Menschen ihre eigene Art von Magie. Die Tjuredkirche wirkte ihre Wunder, indem sie der Welt die Magie entzog. Die Götter im Fjördland wirkten leiser mit Vorsicht und Bedacht. Sie wählten ihre Helden und zechten in der goldenen Halle.
Doch nichts ging über die Vielfalt in Mittelerde. Dort hörte ich die Ents im Fangorn flüstern. Sie sprachen voller Bedacht und für Jahre über die Geheimnisse der Welt. Die Elben aus Bruchtal, Lothlorien oder dem Wladlandreich waren Zeugen der großen Umbrüche. Tief verbunden mit der Geschichte des zweiten und dritten Zeitalters, waren sie langlebige Wesen, die in Jahrhunderten Handwerk, Kampf und Kunst meisterten. Die Zwerge traf ich nur selten. Ich besuchte Mittelerde am Ende des dritten Zeitalters, da waren sie ein seltener Anblick geworden. Doch Freunde berichteten aus den Minen Morias und ihren großen Schmieden am einsamen Berg. Vor den Uruk Hai und Orks habe ich mich immer Angst empfunden. Ich sah nur ihre verbrannten Kadaver auf den Pelennor-Feldern liegen, der Gestank ihrer geschundenen Körper trug sich noch Meilen ins Land. Doch das eigenartigste Volk von allen lebte wohl im Auenland. Doch es gibt prominentere Werke, die mehr über Hobbits zu erzählen haben.
Doch in allen Fällen war es nicht nur die Heldenreise, die sich wie ein Abenteuerroman liest. Es war immer auch die Reise, das Land, die Bestimmung und der Aufbruch in bessere Bedingungen. Was zu Beginn wie ein unerhörtes Ereignis wirkt, wird schnell zu einer Mission. Es gibt Kämpfe zu bestehen, Gefährten zu gewinnen und Rätsel zu lösen. Das Ende ist meist bitter. Es ist ein großes Opfer, oder wenn die Freiheit für die Welt gewonnen ist, findet sich der Held am Ende allein wieder. Die Reise zu den fernen Gestaden findet man oft, und es zerreißt mir das Herz.
Es gäbe noch so viel zu erzählen. Doch jetzt bin ich müde und muss von anderen Welten träumen. Den Welten von Morgen.
