Throwback Thursday #3 – Lesen als Erwachsener

In dieser Ausgabe meiner Blogbeiträge zum Throwback Thursday möchte ich mich dem Lesen als Erwachsener widmen. Um das Thema ein wenig einzugrenzen, möchte ich mich dabei auf die Zeit nach meinem 20. Geburtstag beschränken. Zwar gibt es Themen, Bücher und Autoren, die bereits früher eine Rolle spielten, doch haben sie meiner Meinung nach erst im Erwachsenenalter ihre besondere Bedeutung entfaltet. 

Lesen als Vater

Da wir eine Patchworkfamilie sind, ist das Kennenlernen mit meiner Frau, unsere Hochzeit und unser gemeinsames Leben auch gleichzeitig der Beginn meiner Karriere als Vater. Das zeitintensive Hobby des Lesens und die Rolle als Elter miteinander zu vereinbaren, kann einige Herausforderungen mit sich bringen. Doch unter dem Strich gibt es viele Zeiträume, die sich zum Lesen anbieten und auch bei mir bewiesen haben. Wartezeiten bei, vor oder während Terminen sind zum Beispiel Zeiten, die sich als nutzbar herausgestellt haben. Gemeinsames Lesen mit dem Nachwuchs ist aus unserer Erfahrung eine gute Alternative zu Fernsehen oder Videospielen. Die Lektüre von E-Books beim vierten Versuch, das Baby vom Schlafen zu überzeugen, kann Nervenzusammenbrüchen beiderseits vorbeugen. 

Als wirklichen Tipp kann ich hier nur eine Sache empfehlen. Ein knochentrockener Science-Fiction-Roman aus den sechziger Jahren, der mit monotoner Stimme und ohne Störung vorgelesen wird, kann bei der Einschlafbegleitung echte Wunder wirken. Dankt mir später!

Der Trend geht zum E-Book

Wer unsere Podcasts hört oder diesen Blog verfolgt, der wird es schon wissen. Der Trend geht zum Ebook. Zwar bin ich selbst ein eher haitischer Mensch, was Bücher angeht, doch bieten Ebooks eine Menge Vorteile. So ist die „Mitnehmbarkeit“ des Mediums doch wirklich überragend. Gerade wenn man sich angewöhnt, auf dem iPhone zu lesen, ist dem Lesen kaum noch eine Grenze gesetzt. In allen Zeiträumen, in denen man unnötig Zeit auf sozialen Medien verbringt, kann man auch (mit ein wenig Disziplin) ein oder zwei Kapitel eines Romans lesen. 

Dass man beim Lesen auf einem entsprechenden Endgerät auch unabhängig von einer Lichtquelle lesen kann, spielt der oben erwähnten Rolle als Elter bei der Einschlafbegleitung in die Hände. Auch beim „Arbeiten mit Texten“ zur Vorbereitung von Podcastsepisoden, auf dem iPhone oder Ebookreader, unschlagbare Vorteile. Zitieren mit Quellennachweis, Anmerkungen im Text oder Anfertigen von Notizen, die Liste lässt sich sicherlich noch fortsetzen. Auch in Sachen Umweltverträglichkeit und Preis-Leitungs-Verhältnis haben die Ebooks die Nase vorn. Leider muss man sagen, dass Ebooks seit ein paar Jahren auf der Stelle treten. Hier gibt es meiner Meinung nach noch viel Potenzial, das noch nicht abgerufen wird. Erst die aktuelle Gesetzgebung mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) hat in Sachen Zugänglichkeit und Barrierefreiheit neue Wege eingeschlagen. 

Themen und Reihen

Im Verlauf meiner 20er Jahre hat sich das Genre Science-Fiction herauskristallisiert. Auch wenn es am Anfang noch deutlich stärker von Thrillern und Krimis durchsetzt war, hat es sich in Richtung der 30 immer stärker zur Science-Fiction geneigt. Thriller-Reihen, die mir hier besonders in Erinnerung geblieben sind, wären wohl die David Hunter Romane von Simon Beckett (Chemie des Todes usw.), die Knochenfarmreihe von Jefferson Bass und die geniale Millennium-Trilogie von Stieg Larsson. Doch als dann mehr und mehr die Science-Fiction in meinem Bücherregal Einzug hielt, waren es die Star Trek Romane, die mich begeisterten. Gerade die nach den Reboot-Filmen auch in Deutschland mit deutlich mehr Aufmerksamkeit betrachteten Litverse-Romane haben mich begeistert. Hierzu lohnt es sicher mal, einen gesonderten Podcast oder eine Reihe an Blogbeiträgen zu planen. 

Abseits der fantastischen Literatur ist es wohl Paul Auster, der die größten Einflüsse auf mich hatte. Er trifft einen Ton und wählt Themen, die mich sehr anspricht. Im 21. Jahrhundert wohl der Autor, den ich am besten empfehlen kann. Mehr will ich darüber gar nicht schreiben. Lest selbst. 

Der Urknall mit 30 

Ich war mir auch in den vorangegangenen Jahren bewusst, dass es eine Romanreihe namens Perry Rhodan gibt. Doch war ich im Buchladen immer abgeschreckt von den hohen Nummern auf dem Rücken der silbernen Hardcover-Ausgaben. Doch im Rahmen der Arbeit am Warpcast habe ich es dann doch gewagt, mich mit der Serie genauer auseinanderzusetzen. Nun ja, was gibt es dann noch zu sagen, was in über vierzig Ausgaben von Der Terranische Kongress und über 260 Ausgaben Stardust ruft, Terra noch nicht gesagt wurde. Wenn man nur die Hauptserie berücksichtigt, habe ich in den vergangenen knappen fünf Jahren 2454 Heftromane gelesen. Dies hier in die Tastatur einzutippen, wirkt irgendwie seltsam. Es ist offensichtlich ein wenig aus dem Ruder gelaufen. 

Trotz aller Anmutung einer zwanghaften Verhaltensstörung muss ich zugeben, dass mein persönliches Perry Rhodan-Fandom mittlerweile die wichtigste Rolle beim Lesen als Erwachsener einnimmt. 

Kommentar verfassen