Mit der Ankunft im Sorgorenland ist natürlich die fortlaufende Geschichte aus den letzten drei Perry Rhodan Heften gemeint. In diesem Blogbeitrag möchte ich mich daher zu den folgenden Heften äußern:
- Perry Rhodan Nr. 3254 – Jägermond – Robert Corvus
- Perry Rhodan Nr. 3255 – Das Imagonon – Robert Corvus
- Perry Rhodan Nr. 3256 – Das Katachrone Portal – Michelle Stern
Ich bewundere die Macherinnen und Macher der Serie für ihren Einfallsreichtum. Dies zeigt sich nicht nur in den Momenten, in denen wir Leser bereits zu wissen glauben, wie es weitergeht. Besonders schätze ich die Momente, in denen sie den Mut haben, ihre kreativen Muskeln spielen zu lassen. Der Übergang in ein anderes Universum, Strangeness und ein nicht chronologischer Ablauf zwischen Ursache und Wirkung faszinieren mich besonders.

Einfach durch ein Sternenportal zu fliegen, um von einem Raum in den anderen zu gelangen und dies als ein anderes Universum zu bezeichnen, wäre für die längste Erzählung der Menschheitsgeschichte zu trivial. Die Andersartigkeit einer anderen, aber auch unendlichen Ganzheit, wird zum zentralen Thema der Erzählung. Dabei werden sogar vorerst die Baccunen beiseitegelassen, die neben spannenden Antagonisten natürlich auch viel Potenzial als Projektionsfläche für den Terraner bieten.
Zwei Universen reiben aneinander, berühren sich in nadelfeinen Perforationen, bilden Schmierflächen, an denen sich die Gesetzmäßigkeiten vermischen, aber heterogen bleiben. Solche Konzepte in eine verständliche Sprache zu bringen und eine Gruppe von Galaktikern auf die andere Seite zu befördern, ist für unsere Lieblingsserie gerade gut genug. Erstaunlich.
Doch am Ende stellt sich die Frage, ob dabei auch gute Romane entstehen. Hier muss ich zugeben, dass ich geteilter Meinung bin. Ja, die Romane faszinieren mich. Die Handlung wird um viele neue Aspekte bereichert. Doch leider ist es mir während dieser drei Hefte nicht gelungen, wirklich im Sorgorenland anzukommen. Ob ich den Sprung auf die andere Seite schaffe, muss sich in den kommenden Heften herausstellen.

Ich bewundere Michelle Stern und Robert Corvus für ihre Leistungen. Der Doppelband, der im Aufeinandertreffen mit dem Imagonon gipfelt, ist gespickt mit vielen Ideen und Details, die mich immer wieder zum Nachdenken angeregt haben. Michelle Stern gelingt es in einer Welt, in der sich die Protagonisten beginnen an die Zukunft zu erinnern, eine Nebenfigur zu entwickeln, die ihren eigenen Weg geht und am Ende den Terraner dazu befähigt, die Jagd nach dem ES-Fragment fortzusetzen. Leider ist bei mir der Groschen erst nach dem siebten Kapitel gefallen, und ich konnte dem Helden aufmerksamer folgen.
Ja, diese Hefte sind nicht die übliche Abenteuerkost, die wir gewohnt sind. Es sind anspruchsvolle Nüsse, die geknackt werden wollen. Doch diese Gedanken sind nicht so neu, wie man meint. Das Erinnern an Morgen wird bereits von Robert Corvus angedeutet, bevor es von Michelle Stern wirklich thematisiert wird. Die Erweiterung der „Strangenessmechanik“ fügt sich sehr gut in die Serie ein.
Dass es sich dabei jedoch um Fantasyerzählungen handelt, kann ich nicht nachvollziehen. Diese Geschichten beginnen mit einem klaren „Was wäre eigentlich, wenn…?“, folgen einer Argumentation und nutzen die Helden, um eine Reise zu erzählen. Aber wer weiß, vielleicht gibt es irgendwo in unserem Multiversum einen Ort, an dem jedem alles gefällt.
Ich denke, dieses Thema wird auch im kommenden terranischen Kongress noch einmal aufgegriffen. Wer nicht so lange warten kann, sollte unbedingt bei Hydor’s Perry vorbeischauen. Markus teilt dort seine Gedanken zum Thema mit uns. Alle Folgen dieser Show findet ihr unter diesem Link.
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1 Kommentar
Kommentieren →Jetzt habe ich glatt vergessen den SOL-Moment anzusprechen… Mensch ich bin ein Schussel.
Perry erinnert sich an einen Aufenthalt auf der SOL, erinnert er sich dabei vielleicht an die Zukunft oder ist es nur eine Reaktion auf den Erinnerungsvampir? Da hatte ich direkt eine Gänsehaut!