Ich hatte mir Anfang des Jahres vorgenommen, mir das Line-up des Bastei-Verlages anzuschauen. Darunter die Dorian Hunter Serie, Castor Pollux und eben auch John Sinclair. Die Gruselserie aus der Feder von Helmut Rellergerd alias Jason Dark begeistert bereits seit 1973 eine breite Leserschaft. Wie zuvor der gesamte Heftromanmarkt ging auch die Gruselreihe lange an mir vorbei.
Neben Perry Rhodan ist die Serie anscheinend sehr erfolgreich. Doch am Ende waren es Marie Erikson und Oliver „Der Große“ Fröhlich, die das Feuer entfacht haben. Denn als wir bei der FedCon eines Abends gemeinsam in der Hotelbar saßen und die Gin-Tonic-Karte auf Qualität prüften, haben sie von ihrer Arbeit an der Serie erzählt.

Um es kurz zu machen, ich bin kein Horrorfan. Ich grusle mich nicht gern, ob beim Lesen oder vor dem Fernseher. Der ein oder anderer mag mir weiche Knie vorwerfen, doch Derartiges beabsichtige ich nicht weiter auszuführen. Mein erster John Sinclair Roman war dann die Nummer 2406, den ich sogar in Heftformat las. „Kirche der Gespenster“ schickt John Sinclair nach Tschechien, um dort ein Dorf von marodierenden Geisternonnen zu befreien. So gut war das jetzt alles nicht und doch war mein Interesse da. Denn der Einstieg fällt leicht.
Anders als bei Perry Rhodan scheint es zwar eine übergreifende Geschichte zu geben und Handlungsteile auch an Vorgängerromane anzuknüpfen, doch es hindert überhaupt nicht daran, einfach einen Roman am Kiosk zu kaufen und loszulegen. Mit Band 2407 „Des Teufels Hexenturm“ war ich dann auch schon gefangen. Hier hat mir das Reisen und die wechselnden Handlungsorte den meisten Spaß gebracht. Nach diesem Heft habe ich dann auch mein E-Book-Abo eingerichtet.
Doch ist dies nun der Zeitpunkt zu Kreuze zu kriechen und Marie Erikson zu danken, denn mit ihrem Band 2408 „Zahn um Zahn“ ist es mir dann doch passiert. Ich hatte Spaß daran, mich gruseln zu lassen. Denn eine Geschichte über einen Zahnarzt, der seinen Patienten Zähne zieht, um seinen Neigungen nachzugehen, ist der Stoff, aus dem schlimme Träume gemacht werden. Da es aber nicht nur die aktuelle Serie gibt, sondern mit den Sammelbänden und den Sondereditionen auch Neuveröffentlichungen alter Hefte gibt, möchte ich hier noch ein paar Worte verlieren.

Zu den Sammelbänden kann ich leider noch gar nicht sagen. Zwar habe ich mir am Kiosk schon eine Ausgabe mitgenommen, doch noch nicht die Zeit gefunden, hineinzuschauen. Die Sonderedition, die in meinem Fall die Neuveröffentlichung des Romans „Belials Braut“, einem Taschenbuch aus dem Jahr 2001, war, ist bei mir durchgefallen. Das lag nicht nur daran, dass mir die Geschichte zu abgehoben war, sondern auch an vielen Stereotypen, die billig bedient wurden. Hier muss ich auch zugeben, dass ich die zweite Hälfte des Heftes nur noch überflogen habe, da die Charaktere einfach zu schmierig wurden. Schade eigentlich.

So ziehe ich mein persönliches Resümee. Autoren abhängig freue ich mich, die John Sinclair Hefte in den aktuellen Ausgaben in meine wöchentliche Routine aufzunehmen. Von den alten Ausgaben werde ich erst einmal die Finger lassen und mir vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt die Perlen herauspicken.