Zum 130. Geburtstag des beliebten Professors, der am 3. Januar von Tolkienfans weltweit begangen wurde, möchte ich hier einen Überblick über das Werk von John Ronald Reuel Tolkien geben. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, mein Fokus soll auf den Schöpfungen rund um die fantastische Welt von Mittelerde liegen.

In das Universum rund um Bilbo, Frodo und ihren Freunden wurde ich von einem Lehramtsstudenten gezogen, der damals an unserem Gymnasium den Hobbit in den Deutschunterricht mitbrachte und einige von uns mehr, andere weniger begeistern konnte. Nach diesen zwei Wochen war für mich dank Tolkien nichts mehr wie vorher. Den Hobbit habe ich mittlerweile unzählige Male gelesen, der Herr der Ringe befindet sich gerade in seinem fünften Lesezyklus. 

Die Werke von Tolkien bereiten mir bei jedem Lesen Freude, und ich habe über die Jahre gemerkt, wie mir jedes Mal andere Dinge ins Auge fallen, mich andere Textstellen zum Nachdenken anregen oder verzaubern. Der Herr der Ringe ist für mich mehr als nur ein Buch, Mittelerde ist für mich mehr als nur irgendein High-Fantasy-Universum, Bilbo, Frodo, Oin, Gloin, Legolas, Eowyn und Galadriel sind mehr als nur Charaktere in irgendeinem Buch. 

Alles scheint, auch durch die mehrmalige Lektüre, zu meiner zweiten Heimat geworden zu sein, die Protagonisten zu Freunden, bei deren Abenteuern ich mitfiebere, für die ich hoffe und bange, auch wenn ich schon lange weiß, wie die Geschichte ausgeht. 

Immer wieder gibt es Zeiten, teilweise über ein Jahr, in denen ich keinen Fuß nach Mittelerde setze, weil ich entweder beruflich zu eingespannt bin oder weil andere Lektüre priorisiert wird. Wenn ich dann aber wieder mit dem Hobbit oder dem Herrn der Ringe anfange, dann ist das wie ein Heimkommen nach einer langen Reise.

Nun will ich mit dem Versuch beginnen, einen kleinen Überblick über das fantastische Schaffen von John Ronald Reuel Tolkien zu geben. Die beiden bekanntesten Werke, die auf der selbsterstellten Mythologie basieren, sind wohl Der kleine Hobbit und Der Herr der Ringe

Der kleine Hobbit erschien erstmals 1937. Eigentlich als Kinderbuch für den eigenen Nachwuchs gedacht, begeistert die Geschichte rund um den Halbling Bilbo Beutlin, der sich mit einer Schar Zwerge und dem befreundeten Zauberer Gandalf auf ein Abenteuer begibt, bis heute Jung und Alt. 

Sechzehn Jahre später sollte mit dem Herrn der Ringe eine Fortsetzung des Hobbits veröffentlicht werden, so hatte es jedenfalls der Verlag geplant. Tolkien lieferte jedoch kein Kinderbuch, und der Erfolg des Werks, man mag es kaum glauben, war am Anfang zweifelhaft. Um das finanzielle Risiko zu minimieren, entschied sich der damalige Verlag, das Buch in drei Teilen auf den Markt zu bringen. Deshalb wird das Buch auch heute noch gerne als Trilogie wahrgenommen, obwohl es eigentlich als Einzelband gedacht war. 

Dem geneigten Tolkien-Einsteiger sei folgender Hinweis gegeben, wenn er Der Herr der Ringe in in deutscher Sprache lesen will. Es gibt zwei Übersetzungen, einmal jene von Wolfgang Krege, welche sich an der Umgangssprache der 1990er Jahre orientiert, und jene von Margaret Carroux, die etwas älter ist und eine gehobenere Sprache verwendet. 

Die Vorgeschichte zu beiden Büchern stellt jedoch das Silmarillion dar, welches weniger ein Roman als mehr ein Heldenepos ist. Wer zuerst den Hobbit und den Herrn der Ringe gelesen hat, wird hier sicherlich einiges wiedererkennen, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das Silmarillion ist kein Buch, das man eben mal so durchliest. Es kommen viele Namen und Bezeichnungen vor, und man ist recht schnell überfordert, wenn ein und derselbe Charakter plötzlich vier Namen hat, einen in jeder Sprache, die in Tolkiens Universum gesprochen wird. 

Mit diesen drei Werken sei nun ein möglicher Einstieg in die Welt von Mittelerde skizziert, daneben gibt es noch einige Gedichtbände, wie Die Abenteuer des Tom Bombadil oder, wie man in der Musikbranche sagt, Auskopplungen aus dem Silmarillion, wie Beren und Lúthien, die getrennt veröffentlicht wurden. Die Behandlung dieser Werke würde jedoch den Rahmen dieses Beitrags sprengen, weitere Artikel zum Thema Tolkien und auch zu seinen Büchern werden folgen.

Liebe Lesende, sollte euch dieser Artikel gefallen haben, so würde ich mich freuen, wenn ihr mich auf der Reise durch das Werk der Familie Tolkien begleitet und mit mir die Welt von Mittelerde (wieder)entdeckt. 

Bleibt dem Weltendieb gewogen und solltet ihr Anregungen haben, fühlt euch aufgefordert, mich zu kontaktieren. Ihr erreicht mich unter Florian@weltendieb.com.