Hört man den Namen George Lucas, so denkt man zuerst an eines der größten Science-Fiction-Franchise der Welt, eines, das, während dieser Artikel entsteht, gerade einen neuen Höhepunkt erlebt. 

Die Rede ist von Star Wars

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich zwar seit Jahren ein großer Bewunderer der Saga rund um Luke und Darth Vader sowie Kenobi und Maul bin, mich jedoch nie mit dem kreativen Geist hinter diesem ganzen Universum auseinandergesetzt habe. Es gibt ja genügend Film- und Serienmaterial, das man sich zu Gemüte hätte führen können. Doch irgendwann in den letzten Jahren, vermutlich durch die Arbeit für diverse Onlinemagazine mit diversen neuen Freunden, die meine Leidenschaft teilten, kam der Wunsch nach einer Auseinandersetzung mit dem Kopf hinter Star Wars auf. 

So landete die Biographie über George Lucas von Brian Jay Jones auf meinem Stapel ungelesener Bücher, leider konnte ich nicht direkt mit dem Lesen beginnen, da zuerst noch einige andere Bücher beendet werden mussten. 

Das Lesen dieses Buches war für mich alles andere als einfach, da die Seiten sehr eng bedruckt sind, und ich während der Reise durch das Leben von George Lucas leider gesundheitliche Probleme bekam und zwischenzeitlich auf digitale Medien umsteigen musste, um überhaupt noch meiner Leidenschaft frönen zu können. Aber ich habe es geschafft und das Buch zu Ende gelesen.

Die Biographie ist akribisch recherchiert und mit Anekdoten aus allen Bereichen des Lebens von George Lucas gewürzt und sie kann durchaus mehrmals gelesen werden, denn bei der Erstlektüre kann kein Leser die Fülle an Informationen aufnehmen.

George Lucas wird während der gesamten Lektüre als widersprüchlicher Geist geschildert, der auf der einen Seite sehr zurückgezogen arbeitet, aber dann auch wieder, wenn er mit seinem Umfeld zu harmonieren vermag, aus sich herauskommen kann. Oft ist er ein missverstandener kreativer Kopf, dies beginnt bereits mit der sehr widersprüchlichen Diskussion seines Erstlings THX 1138, der mit seiner neuen Bildsprache auf ein sehr unterschiedliches Echo stößt. Auch bei der Entwicklung von Krieg der Sterne ist es oft so, dass es Menschen in seinem Freundeskreis gibt, die angesichts der vielen Änderungen den Kopf schütteln. 

Lucas scheint gelegentlich stur, nachtragend, verbohrt und ignorant zu sein und dann wieder warmherzig, offen und freigiebig. Auch wird er als sehr angenehmer, wenn auch fordernder Arbeitgeber geschildert.

Sehr erhellend war für mich die Schilderung, wie kompliziert es ist, sich Geschichten vom Ausmaß der Star-Wars-Saga auszudenken. Lucas braucht lange, um seine komplexen Gedankengänge, die Charaktere sowie deren Schicksale zu Papier zu bringen. Der kreative Kopf, der bei seiner Arbeit als Regisseur fantastische Bilder entstehen lassen kann, hat es schwer, seine Ideen auszuformulieren und in ein Drehbuch zu gießen, da er sich eher als Filmemacher sieht denn als Autor. 

Zum Abschluss möchte ich noch erläutern, was ich aus der Biographie für mich mitgenommen habe: Eine Erkenntnis ist wohl, dass es ohne Fleiß keinen Preis gibt, und auch dass man sich von Durststrecken nicht entmutigen lassen darf. 

Wenn ich den Schöpfungsprozess der ersten Trilogie von Star Wars betrachte und die Ausdauer und Sturheit, mit der diese Geschichten vorangetrieben, umgewandelt, angepasst und wieder neu formuliert werden, so kann ich davor nur den Hut ziehen. Mehrfach wird darauf hingewiesen, dass Lucas stundenlang vor leeren Blättern sitzt und nicht weiterkommt. Dennoch setzt er sich am darauffolgenden Tag wieder an seinen Schreibtisch, und folgt dem selbst auferlegten Plan, acht Stunden am Tag zu schreiben, ob es nun klappt oder nicht. Diese Geradlinigkeit und natürlich die Space Saga selbst und alle bislang erschienenen Spin Offs machen für mich die Faszination aus. Für Fans der Filme (aller Filme) und der Serien gebe ich daher eine klare Leseempfehlung.